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11.03.2019 - Frage des Tages: Warum fasten wir bis Ostern?
Das Fasten soll vor der Macht des Bösen schützen und der Vergebung der täglichen Sünden dienen. Die vierzig Tage des Fastens vor Ostern sollen an die Tage, die Jesus in der Wüste verbracht hat erinnern. Verschiedene Gelehrte haben sich dazu geäußert: Petrus Lombardus (1095/1100‐1160): Beten, Fasten und Almosen ermöglichen Buße und Genugtuung (Sententiae IV). Rainerius von Pisa (1115/1117‐1160): Es gibt vier Früchte des Fastens: Verlängerung des Lebens, Vergebung der Sünden, Zügelung des Begehrens und Erhebung des Geistes (Pantheologia). Hildegard von Bingen (1098‐1179): Fasten bereitet eine höhere Ordnung vor, die Leiber werden in Zucht gehalten, aber unvernünftige Enthaltsamkeit richtet das Fleisch des Menschen zugrunde! (Causa et curae).

16.10.2018 - Frage des Tages: Gab es im Mittelalter Krippen?
Das älteste bekanntes Beispiel einer Krippe aus Deutschland ist aus dem Benediktinerinnenkloster Preetz aus dem 15. Jahrhundert. Die Vorläufer waren wohl Wiegen mit dem Jesuskind als Andachtsgegenstand für Frauenklöster seit dem 14. Jahrhundert. In der Malerei ist die Darstellung der Geburt Christi selbstverständlich älter: als Wandmalerei tritt es bereits im 9. Jahrhundert in Castelseprio auf.
siehe >
➭A. Reinle, Andachtsbild; in: Lexikon des Mittelalters, Bd 1, Darmstadt 2009, Sp. 584.

16.10.2018 - Frage des Tages: Seit wann gibt es das Fegefeuer?
Das Fegefeuer ist eine Vorstellung, die lange diskutiert wurde und sich aus verschiedenen antiken Religionen speiste. Gregor der Große (+604) publizierte in seinem 'Dialogi de vita et miraculis patrum Italicorum', dass Verstorbene an bestimmten Aufenthaltsorten von ihren kleinen Sünden gereinigt werden können. Im 12. Jahrhundert wird das Wort 'purgatorium' für den Läuterungszustand der Seelen verwendet. Gleichzeitig erschienen auch die ersten Darstellungen des Weltgerichts mit Fegefeuer an und in Kirchen. Sehr drastisch schildert dann Dante (+1326) schließlich die Ereignisse im Fegefeuer in seiner 'Göttliche Komödie' und es verfestigte sich in den Köpfen der Leute. Seit 1476 konnte der Sünder sich durch Ablassbriefe Erleichterung im Fegefeuer erkaufen, was letztendlich zur Reformation führte. Doch seit 1562 ist der Ablasshandel in der römisch-katholischen Kirche verboten.

26.02.2018 - Frage des Tages: Was verstand man im Mittelalter unter Polizei?
Der Begriff stammt aus dem Griechischen (politeia) bzw Lateinischen (politia) und bezeichnete zunächst den Zustand guter Ordnung eines Gemeinwesens und der Einhaltung dessen. Der erste Hinweis im Heiligen Römischen Reich stammt aus einem kaiserlichen Privileg für die Stadt Nürnberg von 1464, danach in Würzburg und Bingen. Die Aufgaben der Polizei beschränkten sich dabei auf die Sorgung für die Einhaltung der Kleiderordnungen und Aufsicht über den Markt. Die erste Reichspolizeiordnung stammt von 1530.
Der 'Büttel' dagegen war ein Gerichtsdiener, der auch Straffällige verhaften durfte und nach Fällung des Urteils über den Vollzug wachen musste.
siehe >
➭G. Köbler: Polizei. In: Lexikon des Mittelalters, Bd 7, Darmstadt 2009, Sp. 65.
➭Peter Blickle, Peter Kissling, Heinrich R. Schmidt: Gute Policey als Politik im 16. Jahrhundert. Frankfurt am Main 2003. ➭H. D. Homann, Büttel. In: Lexikon des Mittelalters, Bd 2, Darmstadt 2009, Sp. 1161.

03.11.2017 - Frage des Tages: Gab es im Mittelalter schon Gardinen?
Das Wort kommt aus dem lateinischen "cohors", später "cortina" und bedeutet so viel wie Tempelvorhang. Am Niederrhein scheint der Umbruch von "cord" zu "gard" geschehen zu sein und ist dort ab dem 16. Jahrhundert belegt, gemeint sind aber wohl bis ins 19. Jahrhundert hauptsächlich Bettvorhänge. Von 1548 gibt es eine schwedische Beschreibung, dass auf Schloss Gripsholm "Fensterstücke" angebracht waren. Auch von Pontus de la Gardie weiss man, dass er seine Fenster mit Taft geschmückt hat, aber der Namensgeber für die Gardine war er wohl nicht.

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