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27.03.2016 - Die Frage des Tages: Gab es den 'Sockenschwund', den wir aus der Waschmaschinenforschung kennen, auch schon im Mittelalter?
Archäologisch gesehen gibt es keine Funde von paarigen Socken. Auch in der Kunstgeschichte wird das Motiv der unpassenden Socken und Schuhen gerne als Zeichen der niederen Herkunft genommen, beispielsweise in der Geißelung Christi, bei der die Schergen barfuß, mit unpassenden Schuhen oder nur einem Socken dargestellt werden (z. B. Lucas Cranach). Auch der verlorene Sohn trägt oft nicht zueinander passende Schuhe und/oder Socken (z. B. Hieronymus Bosch). Ob das Phänomen aber auch sprachgeschichtlich schon zu fassen ist, bleibt noch zu erforschen.

09.01.2016 - Die Frage des Tages: Gab es in der Geschichte schon Päpste, die nicht aus Europa kamen?
Ja, denn als Stellvertreter Christi, Haupt des Bischofskollegiums und Bischof von Rom konnte er aus allen Teilen des Römischen Reiches stammen. Allein von den ersten 47(48) Päpsten stammten zwei aus Afrika und einer aus Syrien. Der bisher letzte syrische und damit außereuropäische Papst vor Franziskus war der Heilige Gregor III. (731-741). Selbst der Heilige Petrus als Gründer der Gemeinde Rom war - wie bekannt - nicht aus Italien.

17.12.2015 - Die Frage des Tages: Seit wann sind Ochs und Esel bei der Krippe?
Die Bibel erzählt nicht von Ochs und Esel bei der Weihnachtsgeschichte (z. B. Mt 1,18-24, Lk 2,1-20), sie werden bei Jesaja nur als Zeichen für die Einsichtslosigkeit der Menschen eingesetzt ('Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis, mein Volk hat keine Einsicht.' (Jes 1,3). Die älteste Darstellung einer Weihnachtszene mit Ochs und Esel ist ein Flachrelief auf einem Sarkophag aus der Zeit um 350, der in der Kirche von Boville Ernica südöstlich von Rom steht.
Das um 600 entstandene Pseudo-Matthäus-Evangelium schmückt schließlich bildlich die Geschichte mit Ochs und Esel aus, um zu zeigen, das Jesaja recht hatte: 'Da ging in Erfüllung, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist ...'(s. o.). Als Bestandteil der 'Legenda aurea' des Jacobus de Voragine (1228/29-1298) wurde das Pseudo-Matthäus-Evangelium ab dem 13. Jahrhundert weit verbreitet und damit waren Ochs und Esel aus der Ikonographie der Weihnachtsgeschichte nicht mehr wegzudenken.

18.09.2015 - Die Frage des Tages: Gab es im Mittelalter schon Zahnbürsten?
Nach unserer Kenntnis nicht. Hildegard von Bingen (1098-1179) empfiehlt für die Zahnpflege tägliches Ausspülen des Mundes, damit sich kein schleimiger Belag bildet.
Gregor von Tours (538-594) rät zu Zahnstochern aus Holz. Exemplare aus Buntmetall sind bereits aus Gräbern des Frühmittelalters bekannt.
Oft werden Zahnstocher und Ohrlöffelchen zu einem Set gebunden aufgefunden.
Das Kauen auf zerfasernden Stöckchen, wie Naturvölker es tun, kann auch für das Mittelalter nicht ausgeschlossen werden, ist aber archäologisch schwer nachzuweisen.

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